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Digitale Amnesie greift um sich

13.08.2015

Wer dafür plädiert, Schüler Gedichte auswendig lernen zu lassen, gilt in Zeiten ständig verfügbarer Suchmaschinen und Smartphones als hoffnungslos rückständiger Zeitgenosse. Willkommen in der Ära einer neuen Vergesslichkeit.

Im 21. Jahrhundert schreitet die technologische Entwicklung so rasant voran, dass der Mensch eine seiner überragenden Fähigkeiten, die ihn vom genetisch fast baugleichen Affen noch unterscheidet, abzulegen beginnt. Das Zentralorgan Hirn wird immer weniger trainiert. Aufgaben wie Merkfähigkeit oder Orientierungssinn sind längst an unsere digitalen Begleiter outgesourct. Routenplaner, Navis oder Apps übernehmen die Arbeit des Hippocampus, wo wichtige Informationen dauerhaft gespeichert werden. Wo das Wissen der Welt auf einem fingernagelgroßen Chip Platz findet und überall downgeloadet werden kann, ist die eigene Gedächtnisleistung scheinbar entbehrlich geworden.

Vier von zehn Deutschen kennen laut einer Studie von Kaspersky die aktuelle Telefonnummer ihres Partners nicht. Sie vertrauen auf den Speicher ihres Geräts, wenn sie mit jemandem telefonieren wollen. Smartphone-Deutschland versinkt in der digitalen Amnesie – mit gravierenden Folgen.

Wer die Mühen des Gehirnjoggings scheut und sich stattdessen in eine blinde Abhängigkeit von Technologie und Web begibt, darf sich über den bisweilen gefährlichen Verlust analoger Fertigkeiten nicht wundern.

So wie Besucher des Nationalparks Murray-Sunset in Australien. Im Dezember 2012 sah sich die australische Polizei im Bundesstaat Victoria nämlich gezwungen, vor der Nutzung von Apple-Maps zu warnen. Die mangelhafte iPhone-Navigationssoftware iOS 6 lotste Touristen, die nach Mildura fahren wollten, rund 70 Kilometer fernab dieser Stadt in eine unwirtliche Wüstengegend. Ein Mann irrte 24 Stunden ohne Wasser durch die heiße Prärie, bis er endlich in eine Gegend mit Netzempfang kam und die Polizei mit letzter Kraft um Hilfe rufen konnte.

Blindes Technikvertrauen und Vergesslichkeit sind indes nur eine von vielen Folgen der vernetzten Mobilwelt. Die schon früh einsetzende Digitalisierung im Kinderzimmer gilt als eine mögliche Ursache zunehmender Fälle der Hyperaktivitätsstörung ADHS bei Kindern. Ärzte kritisieren den Druck der Eltern, die auf schnelle Therapieerfolge mit Psychopharmaka drängen. Es sind oft jene ehrgeizigen Eltern, die in Internetforen ihr Unverständnis darüber äußern, dass ihre Kinder mit dem Auswendiglernen von Gedichten »gequält« würden.

Dabei könnte gerade die Schule einen Kontrapunkt zur digitalen Amnesie unserer Zeit setzen, wo das »Konzentrative, das Besinnliche, das Meditative« Platz finden soll, meint der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus. Gegen die totale Digitalisierung und der Rezeption von Häppchen-Informationen setzt der Deutschlehrer auf Ausdauer, Durchhalte- und Konzentrationsvermögen, durchaus mit klassischer, ganz analoger Didaktik wie Lyrik auswendig lernen.


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